Brandenburg marschiert: Ein Zeichen gegen das Vergessen

Brandenburg marschiert: Ein Zeichen gegen das Vergessen

Sechzehn Jahre nach dem Karfreitagsgefecht in Afghanistan setzten Reservisten in ganz Brandenburg ein kraftvolles Zeichen der Solidarität. Unter dem Namen „16K3“ organisierten verschiedene Kameradschaften Gedenkmärsche, um den gefallenen und einsatzversehrten Soldaten der Bundeswehr Tribut zu zollen.

Der Karfreitag 2010 markiert einen der schwersten Tage in der Geschichte der Bundeswehr. Beim Karfreitagsgefecht in Afghanistan verloren Hauptgefreiter Martin Augustyniak, Hauptfeldwebel Nils Bruns und Stabsgefreiter Robert Hartert ihr Leben. In Erinnerung an ihr Opfer und zur Unterstützung aller an Körper und Seele Verwundeten mobilisierte die „K3-Bewegung“ in diesem Jahr erneut Tausende Teilnehmer.

Fokus Potsdam: Geschlossenheit im Kleinen

In der Landeshauptstadt Potsdam versammelte sich eine engagierte Gruppe von über 30 Teilnehmern, um den 16-Kilometer-Marsch zu absolvieren. Das Feld bot ein Bild der gelebten Kameradschaft: Neben Reservisten der RK Potsdam schulterten auch aktive Soldaten und zivile Teilnehmer ihre Rucksäcke. Diese Mischung unterstrich das Ziel der Veranstaltung, die Verbindung zwischen der Bundeswehr und der Gesellschaft zu festigen und das Bewusstsein für die Risiken des Dienstes im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten.

Rekorde in Strausberg und Tradition in Lehnitz

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte die RK Strausberg. Mit rund 450 Teilnehmern – darunter Bundeswehrangehörige, zivile Gäste und Mitglieder von Rettungsorganisationen – verzeichnete sie den bisher größten Marsch seit Beginn der K3-Bewegung am Standort. Ein Gedenkgottesdienst am Straussee verlieh der Veranstaltung eine besondere Tiefe und steigerte die öffentliche Sichtbarkeit der Bundeswehr in der Bevölkerung erheblich.

Auch in Oberhavel zeigten die Reservisten Flagge. Die RK „Roter Adler“ Lehnitz führte bereits ihre vierte Auflage des Marsches durch. 37 Teilnehmer im Alter von 7 bis 84 Jahren bewältigten die Strecke, viele traditionell mit 16 kg Marschgepäck. Der Weg führte sie an symbolträchtige Orte wie die Schleuse Lehnitz und das Gedenken am ehemaligen KZ-Außenlager „Klinkerwerk“.

Hilfe, die ankommt

Das Engagement zahlt sich aus: Bundesweit nahmen über 26.449 Menschen teil. Die dabei generierte Spendensumme von mindestens 221.152 Euro kommt wichtigen Zwecken zugute. In Brandenburg ist man sich einig: Für 2027 ist der „17K3“ bereits fest eingeplant.

Ronald Nitschke
Ronald Nitschke

Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Potsdam und stellvertretender Landesvorsitzender mit Aufgabenschwerpunkt Presse und Kommunikation sowie IT und Digitalisierung.

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