Kameraden retten, den Feind verzögern

Kameraden retten, den Feind verzögern

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Beim zweiten Ausbildungswochenende des Jahres kamen Brandenburger Reservisten zusammen, um weiter die militärischen Grundlagen für das ‚Projekt Sicherungszug‘ zu legen. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag auf der taktischen Verwundetenversorgung und dem Anlegen von Sperren. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit genutzt, um die DRM-Teilnehmer auf den bald stattfindenden Bundeswettkampf vorzubereiten. Dazu wurde u.a. intensiv mit der Granatpistole geschossen und die körperliche Fitness trainiert. Bei der Sanitätsausbildung bewegten sich die Reservisten im Gruppenrahmen durch ein Gelände, in dem jederzeit mit Feind zu rechnen war. Nach dem Motto ‚vom Leichten zum Schweren‘ musste sie sich dabei in verschiedenen Lagen bewähren. Als erstes trafen Sie auf einen Verkehrsunfall, mit drei verletzten Zivilisten. Die Verletzten wurden bis zum Eintreffen der Rettungskräfte erstversorgt und betreut. Nach der Übergabe der Unfallopfer setzte die Gruppe Ihren Marsch fort.

Auf freier Fläche riss mit lautem Knall eine Explosion drei Soldaten der Gruppe verwundet zu Boden. Nun musste die Gruppe Ihrer Kameraden, unter sofort einsetzendem Feindfeuer, schnell bergen und versorgen. Während erste medizinische Maßnahmen durchgeführt wurden, verschaffte sich der Gruppenführer einen Überblick über die komplexe Lage. Es galt den Einsatz von Feuer und Bewegung zu koordinieren, um sich schnellstmöglich vom Feind zu lösen. Denn erst in einer, vom Feindfeuer weitestgehend geschützten Stellung, konnte die weitere medizinische Untersuchung und Behandlung der verletzten Kameraden erfolgen. Unter ständiger Aufrechterhaltung der Sicherung wurden die Maßnahmen abgeschlossen, um dann die Verwundeten an einen Sammelplatz zu bringen, an dem sie durch Sanitätspersonal aufgenommen und weiter versorgt werden konnten.

Reservisten bauen eine Flandenzaun (Foto: Ronald Nitschke)

Am nächsten Tag erfolgte die Ausbildung im Anlegen von Sperren. In der Sicherung werden Sperren eingesetzt, um einen angreifenden Gegner aufzuhalten, zu verzögern oder zu lenken. Nach der Einweisung in die Grundlagen des Sperrenbaus ging es schnell zum praktischen Teil über. Dabei legten die Reservisten unter Anleitung verschiedene Drahtsperren an. Zum Einem wurden mit etlichen Rollen Stacheldraht klassische S-Draht-Sperren mit unterschiedlicher Tiefe und Höhe angelegt. Anschließend wurde Bandstacheldraht genutzt, um einen feststehenden Flandernzaun und einen spanischen Reiter als mobile Sperre zu errichten.

Nach weiteren, noch folgenden Ausbildungen wird zum Ende des Jahres die Leistung der Reservisten überprüft werden. Damit werden dann die Ausbildungsvorhaben des kommenden Jahres zielgerichtet geplant, um so auf dem eingeschlagenen Weg, die Reservisten zum Einsatz in einem Sicherungszug zu befähigen, weiter voranzukommen.

Ronald Nitschke
Ronald Nitschke

Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Potsdam und stellvertretender Landesvorsitzender für Presse und Kommunikation sowie IT und Digitalisierung