Der Sicherungszug beim Gefechtsdienst

Der Sicherungszug beim Gefechtsdienst

Das Berlin-Brandenburger Pilotprojekt ‚Ausbildung Ungedienter‘ ging vor einigen Wochen zu Ende. Nun haben die ersten Teilnehmer in Brandenburg an der regulären Ausbildung für Reservisten teilgenommen. Der Potsdamer Reservist, Jäger d.R. Daryusch Ghassemi Esfahani, machte dabei seine ersten Erfahrungen beim Gefechtsdienst mit dem Sicherungszug.

Neu im Sicherungszug

In der Kaserne schoss ihm etwas mulmig durch den Kopf „Das ist sicher ein eingespieltes Team aus gut trainierten Reservisten. Da bin ich bestimmt das fünfte Rad am Wagen.“. Seine Bedenken, nicht dazu zu gehören, zerstreuten aber sich schnell. Zu fünft auf der Stube verstand man sich schnell. Außerdem waren neben anderen Reservisten der RK Potsdam auch noch weiter bekannte Kameraden aus dem Ausbildungsprojekt für Ungediente dabei.

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Die erste Neuerung war die Ausrüstung. Wie alle Reservisten empfing er für die Ausbildung die neuen Chest-Rigs. Die Zeit des alten Koppeltragegestells ist nun auch für ihn vorbei. Die Landesgruppe Brandenburg hat die Chest-Rigs extra für den Gefechtsdienst beschaft. Im Anschluss wies Stabsfeldwebel Marcel Glauer als Leiter der Ausbildung die Reservisten in die Lage ein und befahl die Einteilung der Gruppen. In einem klassischen Heimatverteidigungsszenario hatte der Sicherungszug Liegenschaften in Brandenburg gegen vereinzelnd auftretende irreguläre und reguläre Feindkräfte zu sichern. Entsprechend der Lage wurden Waffen und Ausrüstung bereitgelegt und der Alarmstuhl gepackt. Die Vorbereitung erwies sich spätestens um 4 Uhr morgens als nützlich. Geweckt durch einen Nachtalarm galt es leise und ohne Licht zügig die Abmarschbereitschaft herzustellen. Der Zug rückte zum Truppenübungsplatz Lehnin aus. Dort hatte sich die Lage am zu sichernden Objekt verschärft.

Auftrag: Sichern!

Vor Ort wurden die Gruppen in die Lage eingewiesen und bezogen ihre Stellungen. Als erstes mussten diese ausgebaut und durch Sperren gesichert werden. Während dessen erhielt Schütze Ghassemi mit seiner Gruppe den Auftrag, durch die Luftwaffe abgeworfenen Versorgungsgüter zu bergen. Mit dem Dingo machten sich die Reservisten auf die Suche nach den Abwurfort. Dieser wurde gesichert und die Ladung, die Verpflegungsration des gesamten Zuges, geborgen. Zurück beim Zug wurde verpflegt, um dann die andere Gruppe aus Ihren Stellungen herauszulösen. Dort wurde der Alarmposten besetzt, das Gelände beobachtet und die Alarmierungsverfahren und das Besetzten der Stellungen trainiert. Immer wieder wurden auch Bewegungen im Vorfeld aufgeklärt und Alarm ausgelöst.

Der Ausbilder weißt den MG-Schützen ins Gelände ein (Foto: Ronald Nitschke)

Am Nachmittag kehrte die andere Gruppe von ihrer Patrouille zur Unterstützung benachbarter Kräfte zurück und sandte einen Spähtrupp zur Aufklärung aus. Bei einsetzendem Regen und Hagel wurden die vorrückenden Soldaten nur wenige hundert Meter vor der eigenen Linie angegriffen. Deren Feuerkampf musste nun unterstützt werden, damit die drei teils schwer Verwundeten versorgt werden konnten. Später kam der bewegliche Arzttrupp mit dem Dingo und brachte die verletzten Soldaten in Sicherheit. Nach dieser Übungslage wurden der Zug abgelöst und verlegte im Fußmarsch bis zum Aufnahmepunkt, um dann in die Kaserne zurückzuverlegen.

Der Schwerpunkt des Ausbildungswochenendes, der Gefechtsdienst, lag nun hinter den Reservisten. Am Sonntagmittag ging es dann wieder zurück ins Zivilleben. Den ausführliche persönliche Erfahrungsbericht von Daryusch Ghassemi findet Ihr hier: Erste Eindrücke als Neuer beim Sicherungszug.


Ronald Nitschke
Ronald Nitschke

Potsdam

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